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Die Orgelbauersippe Oestreich (1715 bis 1929)
Die
Orgelbauer Sippe Oestreich, deren Vorfahren aus
Kämmerzell bei Fulda kamen, gehört zu den bedeutendsten
Orgelbauern, der Barock- und Nachbarockzeit. Vierzehn Orgelbauer
in fünf Generationen haben das Bild der Fuldaer Orgellandschaft
nachdrücklich geprägt.
Jost Oestreich (1715 bis 1790)
Johann Markus Oestreich
(1738 bis 1833)
Johann Georg Oestreich (1770 bis 1858)
Michael Oestreich (1802 bis 1838)
Augustin Oestreich (1807 bis unbekannt)
Adam Joseph Oestreich (1799 bis 1843)
Emil Oestreich (1832 bis 1857)
Maximilian Oestreich (1834 bis unbekannt)
Maurus Oestreich (1836 bis 1912)
Damian Oestreich (1843 bis unbekannt)
Johann Adam Oestreich (1776 bis 1865)
Constantin Oestreich (1808 bis 1864)
Joseph Oestreich (1817 bis 1870)
Wilhelm Oestreich (1848 bis 1929)
Es sei hier nur auf Johann Markus und Michael Oestreich
eingegangen. Johann Markus Oestreich war der bedeutendste
Orgelbauer der Sippe. Er baute in Hessen, Thüringen, Franken
und Westfalen ein- und zweimanualige Orgeln.
Architektonisch sind seine zweimanualigen Instrumente
ungewöhnlich: Sie sind 13-teilig mit 5-teiligem Mittelpositiv,
dem sich zu beiden Seiten das geteilte Hauptwerk mit
ausgebildeten Harfenfeldern anschließt. Das Pedalwerk ist
hinterständig. Möglicherweise sind hier Einflüsse aus der
Frankfurter Werkstatt des Philipp Ernst Weegmann spürbar.
Johann Markus Oestreich hatte viele Jahre hindurch die beiden
Domorgeln in Fulda in Pflege. Nach ihm teilte sich mit seinen
Söhnen Georg und Adam die Sippe in die Oberbimbacher und
Bachrainer Linie.
Michael Oestreich arbeitet zunächst bei seinem Vater Johann
Georg. 1828 war er beim Orgelbau seines Vaters in Großkrotzenburg
beteiligt. Er ging um 1830 nach Westfalen, wurde Geselle bei
Arnold Isvording in Dringenberg und führte nach dessen Tod 1833
die dortige Werkstatt weiter. Mit seinem frühen Tod 1838
erlosch vorerst die westfälische Orgelbautradition, die
mit Bader und Johann Patroklus Möller fast 250 Jahre lang den
Orgelbau in Westfalen bestimmt hatte. Die letzten Bimbacher
Oestreich - Orgelbauer wanderten nach Amerika aus.
Die Oestreich-Tradition im Fuldaer Land ging bereits Ende des
18. Jahrhunderts an den
Oestreich-Schüler Johann Schneider und
seine Söhne über.
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