|
Bischofsheim (hf). In der Klosterkirche
am Kreuzberg gibt es am heutigen Freitag um 18.30 Uhr ein ganz besonderes
Konzerterlebnis. Dort ist der aus Amerika stammende Organist David J. Hart
zu Gast. Er ist für eine Woche in Deutschland und möchte in dieser Zeit vor
allem verschiedene Orgeln kennen lernen. Über seinen Kontakt zur Rhöner
Orgelbaufirma Hey in Urspringen kam er in den Rhön-Grabfeld-Kreis. Hier
wurde er in den vergangenen Tagen von Herbert, Thomas und Christian Hey
begleitet. Unter anderem war man in Mellrichstadt, in Leutershausen, an der
Kreuzbergorgel in der Rhön und in Oberthulba.
Als David Hart die neue Orgel am
Kreuzberg sieht, lässt er sich diese von Thomas Hey kurz erklären, die
Register, die Besonderheiten und einiges mehr. Dann setzt er sich auf die
Orgelbank und die ersten Akkorde erklingen – Schnell sieht man dem
Organisten aus den USA an, wie begeistert er ist. „Very nice... beautiful...“
so hört man ihn sagen, während er ein weiteres Notenblatt auflegt und
spielt. Was ihn an der Kreuzbergorgel vor allem fasziniert ist der weiche,
warme Ton. In Amerika sei man der Meinung, daß deutsche Orgeln sehr hoch und
sehr scharf im Ton klingen. Hier zeige sich eine Tiefe und eine Weite im
Klang, die alle Variationen möglich macht.
Und dann schwärmt er regelrecht von den
deutschen Instrumenten. Natürlich sei Bach der Begriff, den man in Amerika
mit dem Orgelspiel verbindet. Er werde hier fast verehrt. Deshalb sei es für
die Organisten aus Amerika natürlich etwas ganz Besonders auf deutschen
Orgeln zu spielen und in dem Land zu sein, in dem Bach gelebt und gearbeitet
hat. Natürlich aber auch von den Leuten, die hier leben und von den
Instrumenten, die hier gespielt werden.
Schon mit sechs Jahren saß David Hart
zum ersten Mal auf der Orgelbank. Damals entwickelte sich auch seine
Klangvorstellung von einer Orgel. Gerade deshalb schwärmte er von den Hey
Orgeln in Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen, die seien so fein intoniert ist
und so ausgewogen, daß er sich hier musikalisch entsprechend ausdrücken
könne. Aufgewachsen ist er in Penilvania. Heute ist er in Amerika ein
bekannter Künstler und gehört zu den wenigen Organisten, die ihren
Lebensunterhalt mit dem Orgelspiel und Konzerten verdienen. David J. Hart
hat schon an vielen großen und bekannten Orgeln und in Konzertsälen gespielt
und ist in Amerika ein gefragter Organist. (wir berichteten)
Am heutigen Freitag ist der
amerikanische Organist an der Hey Orgel in der Klosterkirche am Kreuzberg zu
erleben und wer ihm schon einmal zuhören durfte, der wird von seinem Spiel
begeistert sein. David Hart ist der Manager des bekannten Organisten Luzius
Weathersby, der vor zwei Jahren in der Rhön war und im Alter von 37 Jahren
in Amerika gestorben ist. Von daher kam auch der Kontakt zur Orgelbaufirma
Hey in Urspringen zustande, sagt Thomas Hey. Hart vertritt die Interessen
der Rhöner Orgelbaufirma nämlich in Amerika. In den vergangenen Tagen wurden
verschiedene Orgeln besucht, aber auch anstehende Restaurierungen „unter die
Lupe“ genommen.
Am Samstag wird dann in der
Stadtpfarrkirche St. Kilian eine CD produziert, auf der vorwiegend, auf der
dann Werke verschiedener Komponisten eingespielt werden, die zur Zeit in den
Staaten aktuell sind. Thomas Hey erinnert in diesem Zusammenhang an die
Benefiz-CD von Luzius Weathersby, die ebenfalls auf Rhöner Orgeln entstand,
und mittlerweile erfolgreich in Deutschland und Amerika von „musical arts“
vertrieben wird.
Einer, der sichtlich stolz bei dem
Gespräch im Hintergrund zuhört ist Orgelbaumeister Herbert Hey. Man sei
natürlich besonders angetan, von den Aussagen, die der amerikanische
Organist zu den jeweiligen Orgeln und hier vor allem zum klanglichen Bereich
sagt. Es tue einem Rhöner Orgelbauer durchaus gut, so etwas zu hören. In der
Werkstatt in Urspringen wird zur Zeit eine Orgel aus dem Coburger Land und
eine weitere aus Schleusingen in Südthüringen restauriert. Im Fürstentum
Liechtenstein steht bereits eine im vergangenen Jahr in Urspringen gebaute
Orgel, die an Ostern nun eingeweiht wird. Derzeit kämpfe man im Orgelbau mit
einer Rezession. „Aber wir schauen nach vorne und es geht weiter,“ fügt
Herbert Hey an.

Ein begeisterter David J. Hart aus den
USA. Er testete vor wenigen Tagen
die neue Hey-Orgel am Kreuzberg in der
Rhön. Am heutigen Freitag um
18.30 Uhr spielt er nun ein Benefizkonzert für
die Kreuzwegstationen des
Klosters. Unser Foto zeigt David J. Hart an der
Orgel, hinter ihm Thomas,
Christian und Herbert Hey. Foto: Friedrich
Aus Main Post 03/07 |