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Über 250 Jahre Rhöner Orgelbautradition
Seit 1874 in Familienbesitz.

Werkstätte für Orgelbau
und Restaurierung

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Der Orgelneubau für die Evang.-Luth. St. Johanniskirche zu Schleusingen, III/39

 

 
Orgelneubau ::: Hey Orgelbau
Die Orgel im historischen Gehäuse (um 1700) vor dem Abbau.
   
Orgelbauer Thomas Hey und Siegmar Zeller Impressionen
vom Abbau der
Orgel
   
Abbau der Orgel   Abbau der Orgel
   
  Orgelabbau
  Bärenglocken Glockenspiel
Schloss und Kirche zu Schleusingen Aufbau des historischen
Orgelgehäuses
im Montagesaal von
Hey Orgelbau.
   
Orgelbauer Thomas Hey beim Abrichten der Windladen Die Windladen werden gefertigt. Orgelbauer Thomas Hey beim Abrichten der Windladen
Orgelbauer Thomas Hey
beim Abrichten der
Windladen.
Orgelbauer Thomas Hey beim Abrichten der Windladen  
 
   
Das historische Gehäuse wird
ergänzt.
   
 
   

 

 

 

 

 

 

 

Orgelneubau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Bitte Klicken Sie zum Vergrößern auf die
umrahmten Fotos.

 
 
 
   
Windladenbau
  Gezinkte Verbindungen.
Bau der Ventile.
  Schwellwerk Aufbau des Schwellwerkes.

 

Die Orgel im Montagesaal.
Brennen und Kesseln
der Eichestöcke

 

Pfeifenstöcke werden gekesselt  
Pfeifenstöcke werden gekesselt

Bau der Lager für die
Hauptwerkswindladen >

  Pedalladen Pedalladen sind im Montagesaal gelegt.
Holzpfeifenbau:     
Bourdun 16', HW   >
Bourdun 16'
  Detail:
Labium des Subbass 16'
 


 

 

 

 

Subbass 16' mit gekeilten Vorschlägen

     
  Überplatte Gehäusefüllungen
Füllungen <   Fräsen der Gehäusefüllungen

 

Bau der Wellenbretter   >

 

Wellenbretter
  Verleimen der Wellenrahmen
     
Wellen aus Eichenholz.

 

 
     
     
Der Violonbass 16'
   
Das aufgebaute Pedalwerk im Montagesaal.
   
 
   
Blick auf die Schwelljalousien   >
     
     
     
     
   

...bald geht's weiter!

Disposition der neuen Orgel

I. Manual, HAUPTWERK, C - g’’’

1. BOURDUN 16'    
2. PRINCIPAL

8'

   
3. VIOLA DI GAMBA 8'    
4. HOHLFLÖTE 8'    
5. OCTAVE 4'    
6. GEMSHORN 4'    
7. QUINTA 2 2/3'    
8. OKTAVE 2'    
9. KORNETT V 8'    
10. MIXTUR IV 2'    
11. TROMPETE 8'    
         
         

II. Manual, SCHWELLWERK, C - `g’’’

         
12. QUINTADENA 16    
13. HOLZPRINCIPAL 8    
14. GEDACKT    8    
15. SALICIONAL 8    
16. VOX COELESTIS 8    
17. FUGARA 4    
18. FLAUTO TRAVERS  4’    
19. NASARD 2 2/3’    
20. FLAGEOLETT 2’    
21. TERZ 1 3/5’    
22. HARM. PROGRESSIA 2-5 fach 2 2/3’    
23. OBOE 8’    
Tremulant  
 
 

III. Manual, OBERWERK, C - `g’’’

         
24. GEDACKT 8    
25. VIOLA 8    
26. PRINCIPAL    4    
27. FLÖTE 4    
28. OCTAVE 2    
29. QUINTLEIN 1 1/3’    
30. CYMBEL IV  1    
31. HOLZKRUMMHORN 8    
Tremulant  
         
         

PEDALWERK, C - f’

         
32. PRINCIPALBASS 16    
33. VIOLONBASS 16    
34. SUBBASS 16    
35. QUINTBASS 10 2/3    
36. OCTAVBASS 8’    
37. BOURDON 8’    
38. OCTAVBASS 4’    
39. POSAUNE 16    


Koppeln: III/II, I/II, I/P, II/P, III/P
Sub- und Superkoppeln SW, elektrisch
2 Glockenspiele

 
 
DER ORGELNEUBAU FÜR SCHLEUSINGEN


Vor fast genau einem Jahr wurde die Orgel in der Schleusinger St. Johanniskirche demontiert und in die Werkstatt der Orgelbaufirma Hey nach Ostheim-Urspringen abtransportiert.

Um sich über den Stand der Arbeiten zu informieren, hatte an diesem Samstag der Orgelförderverein zu einer Bustour eingeladen. So starteten ca. 40 Mitglieder des Vereins am Samstagmorgen Richtung Urspringen. Bei herrlichem Frühlingswetter war die Busfahrt durch das grüne Werratal, hinein in die Berge der Rhön ein Genuss. Begrüßt wurde die Gruppe am Werkstor von Orgelbaumeister Herbert Hey. Fast zwei Stunden währte dann die Führung durch die modern ausgestattete Orgelwerkstatt. Vieles lernten die Zuhörer dabei über das Orgelbauhandwerk, welches aus vielen verschiedenen Techniken und Kenntnissen besteht. So muss das für die Holzpfeifen verwendete Holz sorgfältig ausgesucht werden. Nur dicht gewachsenes Tannenholz aus Gebirgslagen und spezielles Klangholz aus Obstgehölzen kommt zum Einsatz. Und dieses Holz muss vor der Verarbeitung viele Jahre lagern. Bei den Pfeifen aus Metall wird die Legierung sorgfältig abgestimmt auf die speziellen akustischen Anforderungen der Orgel und des Kirchenraumes. So präsentiert sich dann das fertige Instrument als Gesamtkunstwerk, in dem sich die Erfahrungen aus vielen Generationen Orgelbautradition widerspiegeln. Eindrucksvoll demonstrierte Herbert Hey dies an einem „kleinen“ Vorführinstrument. Die Zuhörer waren beeindruckt von der Vielfalt der Klänge, von den tiefsten Tönen welche die Luft zittern lassen, bis zu den höchsten Tönen die kaum noch wahrnehmbar sind, von sanft flüsternd bis zum Sturmbrausen der Harmonien.

Aber so weit ist es mit der Schleusinger Orgel noch nicht. Besichtigt werden konnte jedoch schon das Rahmenwerk, welches in der Werkstatt aufgebaut riesig erscheint. Die vorhandenen Rahmenteile der historischen Orgel wurden bereits an vielen Stellen verstärkt, ergänzt und ausgebessert. Im Nebenraum wurde dann von Herbert Hey die Fertigung der Holzpfeifen gezeigt. Sie stammen teilweise aus der alten Orgel und wurden hier aufgearbeitet. Viele Holzpfeifen mussten aber ganz neu angefertigt werden. Auch die Windladen, Herzstück einer jeden Orgel, sind bereits fertig. Im Obergeschoss erfuhren die Zuhörer dann anhand eines Modells viel Wissenswertes über den prinzipiellen Aufbau einer Orgel. Angefangen von der komplizierten Mechanik, über die Regulierung der Winddrücke im Inneren der Orgel bis zur genauen Stimmung – der Intonation der Pfeifen. Hier konnte Herbert Hey auch darstellen, warum ein so großer Umbau der Orgel in Schleusingen notwendig war. So erklärte er, dass das pneumatische Orgelwerk aus dem Jahr 1944 bereits von Beginn an sehr wartungsintensiv war. Über die Jahre zeigten sich die prinzipiellen Fehler des pneumatischen Konzeptes immer deutlicher durch Undichtigkeiten und Druckverlust im System, durch quietschende Pfeifen und Nebengeräusche. Diese bereits im damaligen Konzept angelegten Fehler ließen sich dabei immer nur bruchstückhaft beheben. „Eigentlich war Ihre Orgel durch die vielen Reparaturen eine Geldvernichtungsmaschine, ohne dass eine dauerhafte Lösung erreicht wurde“ so der Orgelbaumeister. Zusätzlich wurden dann in den Kriegsjahren Pfeifen aus Dachrinnenblech eingebaut, die nur mangelhaft klingen. Trotzdem kann für die Erneuerung ein großer Anteil der Pfeifen verwendet werden, die aus dem historischen Bestand kommen und aus hochwertigem Material bestehen.

Viele der Besucher können es nun kaum noch erwarten, dass die Orgel in der Schleusinger Johanniskirche wieder erklingt. Hier musste Herbert Hey die Erwartungen aber etwas dämpfen. So wird es noch mindestens ein Jahr dauern, bis die Orgel in Schleusingen wieder aufgebaut werden kann. „Und wenn sie dann steht, brauchen wir noch einmal 4 Monate, in denen wir die Orgel intonieren und stimmen“. Aber dann wird auch schon erlebbar, was in der Kirche Neues entsteht. Und dies wird hoffentlich viele Menschen dazu bringen für dieses Kunstwerk zu spenden.  „Denn die Finanzierung ist noch nicht gesichert“ wie die Vorsitzende des Orgelfördervereins ausführte. „Ungefähr die Hälfte der benötigten Mittel werden wir bis zum Ende 2007 zusammenbringen. Es liegt also noch ein weiter Weg vor uns“. Dass sich dieser Weg lohnt, davon waren zum Schluss alle überzeugt. Auch angesichts der Aussage des Orgelbaumeisters, dass diese Investition für mindestens 150 Jahre Bestand haben wird.

Im zweiten Teil des Vereinsausflugs ging es dann zum Franziskanerkloster auf dem nahe gelegenen Kreuzberg. In der Wallfahrtskirche der Klosteranlage erklingt seit zwei Jahren eine Orgel aus dem traditionsreichen Rhöner Familienbetrieb. Auch hier konnten sich die Besucher in einer kurzen Vorführung von der hohen Qualität einer Hey-Orgel überzeugen.

Reinhard Hotop
Vorsitzender des
Gemeindkirchenrates

 

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