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Über 250 Jahre Rhöner Orgelbautradition
Seit 1874 in Familienbesitz. |
Werkstätte für Orgelbau
und Restaurierung |
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125 Jahre Hey Orgelbau |

Willhelm Hey
(1840 bis 1921)
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Otto Hey (1875 bis1946)
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Erich Hey (1906 bis 1962)
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Wolfgang Hey
(1929 bis 1997) |
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Herbert Hey (geb. 1954)
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Wilhelm
Hey war zunächst Schreiner in der väterlichen Werkstatt
und wechselte auf Anregung von Michael Katzenberger in den Orgelbau. Das
Handwerk lernte er bei Randebrock im westfälischen Paderborn, wo er es bis
zum Werksmeister brachte. Im Jahre 1870 fuhr er im Namen seines
Lehrmeisters in die USA, um in Detroit ein großes Orgelwerk aufzustellen.
In Deutschland arbeitete Wilhelm Hey zu dieser Zeit an Orgeln in Warburg, Werl, St. Walburga und in Corvey. Der Sondheimer Chronist H. Kaiser
berichtet über eine Erzählung von Wilhelm Hey:
'Im westfälischen Paderborn habe er die edle Orgelbaukunst gelernt
und dabei an der Orgel der schönen katholischen Kirche in Corvey an der
Weser mitzuarbeiten gehabt. Im Schlosse zu Corvey wohnte aber damals der
alte Hoffmann von Fallersleben, und oft hat der Lehrling den würdigen Mann
im weißen Kinnbart mit dem großem Mantel über den Hof des Schlosses
schreiten sehen. Einmal aber sei er auch in des Dichters Wohnung gerufen
worden, um dort das Klavier zu stimmen - für einen sehr berühmten Gast,
wie ihm gesagt wurde. Dieser war kein geringerer als der größte
Klavierspieler aller Zeiten, Franz Liszt aus Weimar. Ich fragte, ob er
denn den großen Künstler auch habe auf dem Klavier spielen hören. Nein,
das nicht - aber ein Glas Wein wurde mir hereingebracht zu meiner Arbeit,
und das habe ich auf das Wohl jener beiden berühmten Männer mit Freuden
ausgeleert.'
Als
1874 Michael Katzenberger verstarb, kehrte Wilhelm Hey, ausgestattet mir
qualifizierten Kenntnissen und gründlicher Erfahrung, in die Heimat
zurück und übernahm im Alter von 34 Jahren dessen Kundenkreis und
Werkstatt. In diesem Datum gründet sich das 125-jährige Hey
Firmen-Jubiläum.
Wilhelm Hey gewann schnell das Vertrauen der Kundschaft am Dreiländereck
zu Thüringen, Hessen und Bayern. Die Orgelneubauten errichtete er mit
klassizistischen Rechteck- oder Rundbogenprospekten. Seine Werke zeugen
noch heute von hohem handwerklichen und künstlerischen Können.
Zahlreiche Urkunden und Gutachten sprechen für die hohe Qualität der
Arbeit, für Geschick und handwerkliches Können des Altmeisters. Über die
Arbeitsweise von Wilhelm Hey gibt folgendes Zeugnis Auskunft, das der
Bischöfliche Orgelsachverständige und Stadtkantor Johannes Gesang aus
Fulda über die Reparatur in den Jahren 1884-85 in der katholischen
Kirche Hofbieber-Kleinsassen geschrieben hat; es lautet:
"Auf Ersuchen des hochlöblichen Kirchenvorstandes der
Pfarrgemeinde habe ich am 8.Juni c. a. das oben bezeichnete Werk
geprüft. Herr Hey hat die im anliegenden Kostenanschlag verzeichneten
Arbeiten pünktlich und genau ausgeführt. Das Pfeifenwerk ist in besten
Zustand gesetzt worden, die neuen Pfeifen sind nett und sauber
gearbeitet, auch die drei Bässe sind gründlich repariert. (...) Die
Mechanik und das Regierungswerk sind gut hergerichtet. Die beiden Bälge
sind ebenfalls sehr gut und dauerhaft hergestellt. (...) Intonation und
Stimmung lassen ebenfalls nicht zu wünschen übrig. Herrn Hey kann ich
nur meine volle Zufriedenheit aussprechen und rühmen, dass er bei
bescheidener Forderung mit viel Gewandtheit, Fleiß und großer Ausdauer
die Reparaturen ausgeführt hat und dadurch seine Tüchtigkeit in der
Orgelbaukunst aufs beste bekundete, was ihm zu allseitiger Empfehlung
gereichen möge".
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Die
Söhne Otto und August Hey
Wilhelm Heys Sohn, Otto Hey war ein feinsinniger,
musikalischer Mann. Er erlernte das Handwerk bei seinem Vater und
übernahm die Werkstatt in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit.
Neubauaufträge waren damals in der armen Rhön nicht zu bekommen. Er
führte vorwiegend Umbau-, Reparatur- und Stimmarbeiten durch.
Wilhelm Heys zweiter Sohn August Hey arbeitete
zunächst bei seinem Vater als Orgelbauer. Später trat er eine Lehre bei
einer Textilfirma in Leipzig an und ging in die Fremde. Er brachte es zu
Wohlstand und Ansehen. Die Tochter von Wilhelm Hey, Ida Hey, heiratete
in die Held-Mühle nach Heufurt: "Mehl, Brot - ohne Not", das war die
Diktion des Vaters.
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Erich
Hey erlernte das Orgelbauhandwerk bei seinem Großvater Wilhelm Hey
und beendete nach dessen Tod die Lehre bei seinem Vater Otto Hey. Der
Heranwachsende entwickelte schon in jungen Jahren großes Talent. Außerhalb
der Schulzeit arbeitete er in der Werkstatt seines Großvaters Wilhelm mit
und muss wohl dessen ganze Sympathie genossen haben.
Seine Kenntnisse im Orgelbauhandwerk erweiterte er in
den Jahren 1925/26 bei Steinmeyer in Oettingen und 1926/27 bei Paul Faust
in Schwelm/Westfalen. Seit Mitte 1927 war er wieder im väterlichen Betrieb
tätig. Am 8.Juli 1936 legte Erich Hey seine Meisterprüfung in Weimar ab
und übernahm die Orgelbauwerkstatt, die er später in die heutige
Hauptstrasse in Sondheim/Rhön verlegte.

Erich Hey galt als ein großer Musikus: Meisterhaft
spielte er sieben Instrumente, war zudem Kantor und Chorleiter in
Sondheim/Rhön und gab in den Abendstunden Musikunterricht.
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Erich
Heys Söhne Wolfgang und Gotthard
Wolfgang Hey erlernte das Orgelbauhandwerk bei seinem Vater Erich Hey
und erweiterte seine Kenntnisse unter anderem auch bei Steinmeyer in
Oettingen, wo schon sein Vater gelernt hatte. Nach dem plötzlichen Tod
des Vaters, im Jahr 1962, übernahm er den Orgelbaubetrieb in einer
einmalig schwierigen Zeit.
Zusammen mit seinem Bruder Gotthard Hey verlegte er die Werkstätte von
Sondheim/Rhön in das benachbarte Urspringen/Rhön. Gotthard Hey
erlernte das Orgelbauhandwerk bei seinem Vater und bei Kreienbrink in
Osnabrück.
Mit wachsendem Auftrags- und Personalvolumen baute Wolfgang Hey 1972
eine vollkommen neue Werkstätte. Die auf neuestem Stand eingerichteten
Werks-, Ausstellungs-, Lager-, Restaurations-, Konstruktions- und
Büroräume umfassen eine Größe von 2.100 Quadratmetern. Es können
hier Orgelwerke in nahezu jeglicher Größenordnung gebaut oder
fachgerecht restauriert werden.
Wolfgang Hey erwarb sich das Vertrauen zahlreicher
Orgelexperten sowie Kirchengemeinden und konnte sein
Arbeitsgebiet, trotz schwieriger wirtschaftlicher Situation und
Zonenrandgebiet, erheblich ausdehnen.
Als Beurteilung schreibt der amtl. Orgelsachverständige des
Erzbischöflichen Ordinariats Bamberg, Herr Domkapellmeister Wolfgang
Wünsch, folgendes:
"Seit 1969 hat Herr Hey im Bereich der Erzdiözese Bamberg mehrere
Schleifladen-Orgeln gebaut; dabei wurde grundsätzlich die mechanische
Spieltraktur bevorzugt. Ich bestätige gern, dass
sämtliche von Herrn
Hey in meinem Dienstbereich gebauten Orgeln nicht nur in der technischen
und handwerklichen Ausführung, sondern auch in ihrer künstlerischen
Qualität weit über dem Durchschnitt stehende Instrumente sind. Die
geschmackvolle Intonation und eine absolute Funktionssicherheit runden
das Gesamtbild in bester Weise ab."
Wirtschaftlich gesund gibt Wolfgang Hey im Jahr 1993 den florierenden
Orgelbaubetrieb an seine beiden Söhne ab, die bereits seit Jahren
verantwortlich im Betrieb mitarbeiten.
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Herbert
und Erhard Hey
Herbert und Erhard Hey sind die beiden Söhne von Wolfgang Hey. Beide
erlernten das Orgelbauhandwerk in der Fremde, sie legten 1975 und 1984
ihre Meisterprüfungen im Orgel- und Harmoniumbauerhandwerk ab. Von 1993
bis 1995 führten beide den Betrieb. Neben den zahlreichen Orgelneu- und
Umbauten galt und gilt das besondere Interesse der stilgerechten
Restaurierung historischer Orgelwerke.
1996 übernimmt Herbert Hey den Orgelbaubetrieb. Unterstützt von
seinem Bruder Erhard werden die neuen Orgelwerke streng nach klassischen
Prinzipien konstruiert und gefertigt, ohne jedoch die Errungenschaften
des zeitgenössischen Orgelbaus gänzlich außer acht zu lassen. 1998
erhält Herbert Hey durch die Handwerkskammer Stuttgart die Urkunde zum
Restaurator im Orgel- und Harmoniumbauerhandwerk.
Die Familie Hey ist mittlerweile in der fünften Generation tätig.
Damit zählt die Hey-Werkstatt zu den ältesten Orgelbauwerkstätten
Deutschlands. Seit 1963 ist sie in Urspringen/Rhön ansässig. Heute
wird sie von Herbert Hey geführt, dessen Söhne Thomas und Christian
bereits als sechste Generation bereit stehen.

Thomas Hey (*1976) ist zur Zeit bei Orgelbau Hey tätig, nachdem er im Juli
2000 seine Ausbildung zum Orgel- und Harmoniumbauer bei Orgelbau Rensch in Lauffen am Neckar mit
hervorragendem Erfolg abgeschlossen hat. An der Berufsfachschule in
Ludwigsburg absolvierte er seine Ausbildung zum Betriebsassistent
(Management im Handwerk) mit Belobigung. Er ist Mitglied des
Kirchenvorstandes von Urspringen und dem Dekanatsausschuss Bad
Neustadt/Saale.

Christian Hey (*1980) schloss im Januar 2000 ebenfalls seine Ausbildung zum
Orgel- und Harmoniumbauer mit sehr gutem Erfolg ab und arbeitet derzeit
im väterlichen Betrieb. Darüber hinaus erzielte er noch zahlreiche
weitere Auszeichnungen, wie Kammer- und Landessieger im Orgel- und Harmoniumbau, sowie Klavierbauer Fachdialog.
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